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E-Scooter Be Cool Hawk – So geht E-Mobilität

Das Angebot an E-Scooter ist mittlerweile beinahe unüberschaubar groß. Eines dieser Fahrzeuge wollen wir an dieser Stelle vorstellen – obwohl wir eigentlich gar keinen Produkttest geplant hatten.

Der E-Scooter „Hawk“ der Marke „Be Cool“ ist schon ein geniales Stück Technik. Gestoßen sind wir auf ihn nur zufällig, geplant war eigentlich ein Artikel über E-Mobilität im innerstädtischen Bereich im Allgemeinen.

Doch der Scooter macht so viel Spaß, dass wir ihn euch nicht vorenthalten wollen.

Erster Eindruck

Erhalten haben wir das Gefährt bereits fertig aufgebaut und ohne Originalverpackung, somit können wir zum Thema Verpackung und Transportschutz sowie auch zum ersten Aufbau nichts sagen.

Wie er so fahrbereit vor uns stand, schaute er schon verdammt gut aus für einen Scooter. Insbesondere meinen Geschmack traf er sofort. Kein kleines, unscheinbares Alu-Ding mit wackligem Lenker, sondern ein robust aussehendes, optisch ansprechendes Stück Technik.

Mit dabei ist ein Ladegerät, eine Bedienungsanleitung und etwas Werkzeug. Der verbaute 12,5 Ah Akku soll für eine maximale Reichweite von 45 km sorgen. Ob das wirklich zutrifft, haben wir natürlich getestet. Dazu später mehr.

Foto: Fellner Manfred / MSK News

Ausstattung

Bereits auf den ersten Blick wird klar, der Hawk ist richtig gut ausgestattet.

  • LED Beleuchtung hinten und vorne zuschaltbar
  • LED Blinker
  • Unterbodenbeleuchtung
  • Großes LCD Display
  • Hupe und Klingel
  • Scheibenbremsen hinten und vorne
  • Stoßdämpfer an Vorder- und Hinterachse
  • 600 Watt Motor
  • 10 Zoll Luftreifen

Was am Papier schon gut klingt, macht in der Praxis richtig Spaß. Handzeichen geben ist auf einem E-Scooter insbesondere für Anfänger eine sehr wackelige und mitunter gefährliche Angelegenheit, dass spart man sich dank der LED-Blinker. Bei hellem Sonnenschein sind die Blinker nicht immer sehr gut zu erkennen, hier wären orangefarbene Abdeckungen evtl. die bessere Wahl gewesen.

Die Beleuchtung ist ausreichend hell und auch ein Bremslicht ist vorhanden. Sogar eine blaue Unterbodenbeleuchtung ist verbaut. Diese sorgt bei Dunkelheit für noch mehr Sichtbarkeit und damit auch Sicherheit!

Die Klingel ist OK, die Hupe ist laut und wird sehr gut wahrgenommen, klingt aber etwas jämmerlich. Das Kind im Manne wünscht sich halt ein LKW-Horn…

Das beleuchtete LCD-Display zeigt alle wichtigen Infos an und lässt sich sehr einfach bedienen. Geschwindigkeit, Gesamtkilometer und Trip-Kilometer lassen sich anzeigen und die Fahrstufen durchschalten. Zusätzlich kann man sich auch die aktuelle Akkuspannung in Volt anzeigen lassen.

Foto: Fellner Manfred / MSK News
Foto: Fellner Manfred / MSK News

Anleitung? WTF!

Bei einer so umfangreichen Austattung ist eine ordentliche Anleitung ein absolutes Muss! Genau hier hat der Be Cool Hawk allerdings Nachholbedarf. Zwar ist eine Bedienungsanleitung dabei, doch die hilft nur sehr bedingt weiter. Sie beschreibt teilweise noch nicht einmal vorhandene Funktionen!

  • Angeblich 3 Betriebsstufen
    Die laut Anleitung 3 Betriebsstufen sind bei uns 4. Genauer 0 bis 3. Doch Null bedeutet nicht aus, auch auf dieser Stufe arbeitet der Motor. Worin der Unterschied der Stufen genau besteht und was Stufe Null für eine Funktion besitzt erfährt man nicht.
  • Energie-Rückgewinnung
    Beim bergab fahren erzeugt der E-Scooter Energie und lädt damit den Akku wieder auf. Das lässt sich anhand der Volt-Anzeige feststellen. In der Anleitung steht davon jedoch kein Wort!
    Lediglich im, nicht beiliegenden aber auf der Webseite des Herstellers einsehbaren, technischen Datenblatt ist von einem „Batteriemanagementsystem“ zu lesen.
  • Höchstgeschwindigkeit
    Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 25 km/h angegeben. Wer den Hawk fährt wird schnell merken, das ist dezent untertrieben! In unserem Test auf abgesperrtem Asphaltuntergrund kamen wir auf über 40 km/h. Ungeübte sollten also eher nicht mit der höchsten Fahrstufe starten.
  • Tempomat
    Der Scooter besitzt tatsächlich auch einen Tempomaten. Doch wird dies in der Betriebsanleitung nicht erwähnt. Das ist nicht nur ärgerlich sondern kann richtig gefährlich werden. Dazu gleich mehr!

Praxistest

Auch als absoluter Anfänger, ich stand in meinen 42 Lebensjahren noch nie auf einem Roller, fällt der Einstieg relativ leicht.

Nach etwa 30 Minuten üben ging es für die erste Fahrt auf die Straße.

Foto: Neumeier Sophie / MSK News

Der Be Cool Hawk beschleunigt kraftvoll aber sanft. Der Motor ist dabei angenehm leise. Der höhenverstellbare und klappbare Lenker ist auch bei meiner Körpergröße von 189cm stabil und ausreichend hoch.

Die breite gummierte Stehfläche sorgt für ein sicheres Fahrgefühl. Die Bedienelemente sind sehr gut erreichbar, dass Display ist auch bei Sonnenlicht gut ablesbar.

Die Scheibenbremsen funktionieren auf ebener Strecke sehr zuverlässig. Doch bei knapp 130 kg Zuladung, dass ist die maximal zugelassene Tragkraft, und einem stärkeren Gefälle, sind sie etwas zu schwach. Hier heißt es dann Nerven behalten, Gewicht nach hinten verlagern und gefühlvoll beide Bremsen betätigen. Nur nicht zu viel Druck auf die vordere Bremse geben, sonst besteht die Gefahr eines Überschlags.

Bei einem Benutzergewicht von knapp 85kg auf hügeliger Strecke, kamen wir bei mildem Wetter auf eine Akku-Reichweite von über 30km. Das ist recht ordentlich. Zwar haben wir die gefahrenen Steigungen nicht nachgemessen, die angegebenen max. 20 Grad (ca. 36%) Steigfähigkeit erscheinen aber realistisch. Auch die vom Hersteller angegebenen 45km Reichweite, gemessen mit einem 70kg schweren Fahrer und bei konstanter Geschwindigkeit auf ebener Strecke, erscheinen uns durchaus machbar.

Kleine Unebenheiten, Kanaldeckel usw. sind dank verbauter Federung kein Problem. Selbst auf Schotter und Gras kamen wir komfortabel voran. Die Stoßdämpfer sind sehr gut abgestimmt. Der E-Scooter federt nicht zu stark ein, gleicht Unebenheiten dennoch gut aus.

Kritikpunkte

Grund für Kritik haben wir nur wenig. Der E-Scooter ist robust, funktioniert tadellos und macht Spaß. Dabei kommt aber auch die Sicherheit nicht zu kurz.
Nur 2 Dinge stören uns:

Die Betriebsanleitung sollte unbedingt aktualisiert und in neuer Fassung online zur Verfügung gestellt werden. Das dürfte keinen großen Aufwand bedeuten.

Leider ist der Scooter laut Anleitung nicht wasserfest. Der Betrieb bei nasser Fahrbahn ist nicht erlaubt. Wie sehr es dem Fahrzeug tatsächlich schadet, wenn man in einen kleinen Regenschauer gerät, ist unklar.

Gerne hätten wir auch einen serienmäßigen Diebstahlschutz bzw. eine Alarmanlage gesehen. Beides lässt sich jedoch nachträglich realisieren.

Hersteller reagiert prompt

Unseren spontanen Produkttest haben wir auch an den Hersteller gesendet. Hier dürfen wir ein großes Lob aussprechen! Binnen kürzester Zeit erhielten wir eine Antwort:

Wir als Hersteller nehmen uns die Kritikpunkte an die Brust und sind stehts bemüht das Feedback und die Kritik umzusetzen, und unsere Produkte dahingehend immer zu verbessern und weiterzuentwickeln. Daher ist uns die Kritik, Feedback und Anregungen der Kunden äußerst wichtig und liegt uns sehr am Herzen.

Wir werden in den nächsten Tagen die Bedienungsanleitung adaptieren und Online zu Verfügung stellen, auch in Zukunft sind wir dabei die Bedienungsanleitungen zu verbessern.

Schuss Home Electronic GmbH

Genau so sollte Kundenservice aussehen, hier könnten sich viele andere Hersteller ein Beispiel nehmen!

Fazit

Mit einem Preis von etwa 800 Euro ist der Be Cool Hawk sicher kein Schnäppchen, aber sein Geld absolut wert.

Einen Scooter in dieser Qualität, mit einem Benutzergewicht von bis zu 130kg, gibt es nicht so oft. Vor allem wenn man die Ausstattung berücksichtigt. Von uns gibt es daher eine klare Kaufempfehlung.

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden wir gerne noch weitere E-Scooter testen.



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